Nachdem die 1999 bei manufactum gekaufte zassenhaus-handmühle (schwarz, oben offen, steht groß espresso drauf) schon einige jahre beim drehen sich verstellt, und zwar die espressokanne und dann die gaggia classic einigermaßen zufriedenstellend bedient hatte, wurde mit dem erwerb der konstruktionsbedingt leiseren la pavoni professional die mangelnde konsistenz des mahlprodukts zum problem. Wenn der mahlgrad auch noch variabel ist (neben kaffee und tamper-pressdruck), wird’s in der handhebelmaschine meistens nicht wirklich gut, nur manchmal schon. Recherchen im netz ergaben, dass es nur wenige handmühlen gibt, die espressofeinheit herstellen können. Die comandante c40 war dabei, und eine britische, die alle jubeljahre mal produziert wird. Nach 18 monaten auf meiner wunschliste gab es die comandante c40 endlich wieder zu kaufen. Bevor wieder alle verkauft sind, dachte ich, schnell zugreifen. Ich erwischte ein stahlmodell. Die mühle ist ein kompakter, gediegener, gewichtiger zylinder, der gut in der hand liegt und tatsächlich das zwischen-die-knie-klemmen überflüssig macht. Man steckt den drehhebel mit dem plexiglasdeckel drauf, nachdem die bohnen eingefüllt wurden. Wenn sich ein bohnenstücken in dem einsteckraum verfangen hat, kann man es plattdrücken und hinterher wieder ausschütten, kein problem; der magnet zieht den hebel dann zwar nicht mehr so fest an, aber zum mahlen braucht es den magneten eh nicht, weil da die mühle ja sowieso aufrecht gehalten wird.

Möchte hier keine philosophie-diskussion anregen, aber ein produkt am preis zu bewerten, ist bei einem luxus produkt, was keiner wirklich “brauch”, nicht ganz in ordnung. In zeiten wo “geiz ist geil” und immer billig billig endlich so langsam dem qualitätsgedanken weicht, wo man zb fleisch nicht nach dem kilopreis bewertet sondern nach herkunft/qualität oder fairtrade/bio, und dafür keine 7x die woche fleisch isst, sondern weniger und dafür besser, passt diese mühle doch sehr gut. Aber zum produkt:ich trinke keine 2 liter kaffee am tag, aber wenn, möchte ich ordentlichen trinken. Die mühle schon fast kopfschüttelnd präzise verarbeitet, optik und haptik stimmen. Ich benutze sie für french press und espressokanne. Das verstellen des mahlgrads geht schnell und durch die klicks auch präzise zur alten einstellung zurück. Selbst bei grobem mahlen ist das pulver sehr homogen grob, nur wenige kleine stücke finden sich im mahlgut. Handhabung und nette kleinigkeiten, wie den deckel der von einem magneten gehalten wird, gefallen noch zusätzlich. Habe einige mühlen verglichen, aber selbst beim bekannten hersteller mit z findet sich im mahlwerk eine menge weisses plastik, welches dort eine tragende rolle spielen soll. Ich habe keine bessere handmühle gefunden, eine elektrische in dieser qualität macht bei viel kaffee sinn, kostet aber weit weit mehr als die comandante.

Die commandante fiel mir das erste mal in einer fachzeitschrift auf, die den namen “crema” trägt. Besonders angesprochen hatte mich dabei das wunderschöne design. Als ich dann nachschaute, hatte mich der preis “abgeschreckt”: etwa 250 € für eine handbetriebene mühle. Dann las ich die rezensionen und fand mich wieder, nämlich als ein zuvor geschädigter. Ich hatte nämlich eine vermeintlich hochwertige handmühle gekauft, war anfänglich sehr zufrieden und dann kam das total-aus schon nach 3 wochen. Das keramikmahlwerk hatte sich völlig von der kurbel gelöst. Aus die mausseitdem habe ich wie gewohnt elektrisch gemahlen, mit sehr sehr breit gestreutem mahlergebnis. 1000 – 1500 € für ein profimahlwerk wollte ich auch nicht ausgeben. Ausgerechnet in der schweiz, wo ich wohne, in genf fand ich im internet ein grosses, traditionsgeschäft für kaffee, das die mühle für weniger als 200 chf anbot. Logisch schlug mein herz da zu, nachdem ich mich intensiv zuvor mit der hervorragenden technik und der lebenslangen garantie beschäftigt hatte.

Eigenschaften :

  • Das neue Maß aller Dinge unter den Profi-Handmühlen für Kaffee – mit der C40 Nitro Blade hat Comandante seine bewährte Qualität nochmals gesteigert. Das Mahlwerk der neuen Mühle ist komplett aus Edelstahl gefertigt, der in einem patentierten Verfahren hergestellt wird. Das Ergebnis: ein äußerst langlebiges Material in Messerstahl-Qualität.
  • Die Kanten der Mahlscheiben werden nach dem Härten nochmals geschärft und „schneiden“ die Kaffeebohnen. Dank der einzigartigen Mahlwerkstechnik produziert die Mühle ein äußerst präzises und homogenes Mahlergebnis mit so gut wie keinen „Fines“ über alle Mahlgrade.
  • Die Kraftübertragung beim Mahlen ist optimal, ein doppeltes Kugellager macht das Kurbeln leichtgängig. Auch hier zeigt sich, dass Profis am Werk sind. Das Entwickler-Team von Comandante setzt auf Material-Kompetenz und Liebe fürs Detail. Herausgekommen ist eine Handmühle „made in Germany“, die mit fein abgestimmter Technik überzeugt.
  • Das Herzstück dieser Mühle ist das Mahlwerk mit hochstickstoffhaltigem, martensitischen Edelstahl mit hohe Härte (ca. 58 Rockwell) und hoher Zähigkeit für hohe Schnitthaltigkeit. Extrem scharfe, nach dem Härten einzeln geschärfte Z-Schneiden. Neu entwickelte Mahlwerksgeometrie. Sehr homogenes Mahlergebnis. Mahlgeschwindigkeit ca.1 Bohne/Umdrehung
  • Gekapselte, mit Edelstahl Kugellagern doppelt gelagerte Achse. Kurbelknauf aus Eichenholz abnehmbar und durch Druckverschluss an der Kurbel fixiert. Sicherung der Kurbel an der Achse durch Magnetverbindung. Alle Kunststoffteile aus Eastman Tritan Copolyester